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Institut für Psychoanalyse (DPG) Nürnberg-Regensburg e. V.

DPG: 6. Psychoanalytische Herbstakademie – Liebe und Hass – Nicht nur Gegenspieler

Beschreibung

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6. Psychoanalytische Herbstakademie

4. - 7. Oktober 2017 in Heidelberg
Romanisches Seminar der Universität Heidelberg, Seminarstraße 3

Wir laden herzlich ein zur 6. Psychoanalytischen Herbstakademie der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in Kooperation mit dem Romanischen Seminar der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Gerhard Poppenberg.

Wir alle kennen den Kampf zwischen Liebe und Hass, Gut und Böse, in der Welt, in und zwischen den Menschen, in uns selbst. Wir neigen dazu, die Menschen und ihre Handlungen in Gut und Böse aufzuteilen. Aber Liebe und Hass liegen immer in Mischungsverhältnissen vor; Aggression und Destruktion gehören zu den menschlichen Grundeigenschaften. Erst die Entmischung bringt wirklich Unheil. Die „reinen“ Formen auf beiden Seiten, der Hass, der zerstört, die Liebe, die erdrückt, sind die wirklich großen Gefahren, sie bedrängen und erschrecken uns.

Solange der Kampf zwischen Liebe und Hass ausgetragen wird, gibt es die Möglichkeit von Versöhnung und Entwicklung. Aber müssen wir dazu nicht die schroffe Ablehnung von Hass hinterfragen, uns ihm verstehen wollend annähern? Es ist
ein hoher Anspruch, mit dem Bösen auch in uns in Berührung zu kommen, uns unseren dunklen Seiten zu stellen. Lieber wollen wir mit dem Hass nichts zu tun haben, erachten eine Trennung vom Hass als notwendig.

Und müssen wir nicht auch die romantische Idealisierung der Liebe dekonstruieren, um auch ihre Schattenseiten durchdringen zu können? Ein „nur“ Guter ist gar nicht so gut, die Grenzen des Guten zur Selbstherrlichkeit und Selbstgerechtigkeit
sind fließend. Geht das Schwärmen für die Liebe nicht schnell über grundlegende Konflikte hinweg? Ziehen wir nicht oft Harmonie und Stillstand der persönlichen Veränderung vor?

Aus unseren psychoanalytischen Behandlungen wissen wir, wie sehr die Verleugnung von Ambivalenzen und die Unfähigkeit, Liebe und Hass gleichzeitig erleben zu können, zu psychischen Störungen und seelischem Leiden gehören.

In dieser Herbstakademie wollen wir daher versuchen, mit Ihnen aus unterschiedlichen Perspektiven die „Entgegen-Setzung“ zu hinterfragen und zu diskutieren, wie fruchtbare Verbindungen von Liebe und Hass aussehen könnten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Klaus Grabska
(Vorsitzender der DPG)
Maria Heiming
(Vorsitzende des IPHD, des Instituts der DPG in
Heidelberg)
und das Programmkomitee:
Gabriele Brandner, Kalliope Eberhardt-Rittmann,
Monica Fritzsche, Astrid Gabriel, Maria Heiming,
Johanna Konietzko, Bettina May-Jung

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