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Institut für Psychoanalyse (DPG) Nürnberg-Regensburg e. V.

Vortrag Michael Ermann: Von der Aggression zum Terror - Sind wir im Krieg?

Beschreibung

Hörsaal im Klinikum Nürnberg Nord, Haus 57, 1. Stock

Bei meinen Überlegungen gehe ich von einem angeborenen archaischen (ungestalteten) Aggressionspotential aus.

Dieses wird in der individuellen Dimension durch „genügend gute“ Entwicklungsbedingungen und eine fördernde Erziehung und auf der soziokulturellen Ebene durch den Zivilisationsprozess gebändigt und kultiviert. Meine These ist, dass die Kultivierung der Aggression unter ungünstigen sozialen Bedingungen wie Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung, Armut, Missbrauch usw. von vorn herein misslingt oder einem Regressionsprozess zum Opfer fällt. Dabei stehen die individuelle Verrohung und die destruktionsfördernden sozialen Prozesse in einer Wechselwirkung zu einander.

Es kommt zu einem zirkulären Prozess projektiver und identifikatorischer Art. Er leitet eine Regression ein, in der kultivierte Werte und Ideale verloren gehen und die Destruktion entbindet.
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