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Institut für Psychoanalyse (DPG) Nürnberg-Regensburg e. V.

"Thinking under Fire" - Der Beitrag emotionaler und unbewusster kommunikativer Prozesse in der Supervisionsdyade (-Beziehung) innerhalb der psychoanalytischen Ausbildung

Supervision ist ein Kern-Element der psychoanalytischen Ausbildung, nicht nur, was den fachlichen Kompetenzerwerb betrifft. Wenn die Effektivität einer psychoanalytischen Behandlung nicht alleine mit der therapeutischen Beziehung sondern auch von der Person des Behandlers und vor allem dessen Überzeugung bezüglich des Therapieverfahrens abhängt (Wampold,2001), ist es vor allem die Verbindung von persönlicher und professioneller Entwicklung des Kandidaten, die in der Ausbildung Bedeutung gewinnt.

Dabei finden persönliche und gruppenspezifische Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene zwischen den Beteiligten statt, sodass bei der Zusammenkunft des Ausbildungsteilnehmers  mit seinem Supervisor  viele Aspekte „mitmischen“ – und das auf beiden Seiten. Zugleich werden (großenteils wortlos) professionelle und Kompetenzfragen zwischen Supervisor und Supervisand verhandelt.

Die Beziehung zum Supervisor ist also eine der wesentlichsten Beziehungserfahrungen der Kandidaten während der Ausbildung. Sie wird über lange Zeit gepflegt und beinhaltet nicht nur eine inhaltlich-professionelle Zusammenarbeit sondern stellt außerdem eine besonders aufregende und emotional vielschichtige Situation dar, die von beiden Beteiligten erfordert, was Bion als „Thinking  under  fire“ (Bion, 1982) bezeichnet hat. Man könnte sagen: das Ich und das Es von Beiden – Supervisor und Supervisand – geraten „unter Feuer“.

Diese besonderen Beziehungen im Rahmen der Instituts-Ausbildung zum Psychoanalytiker zu untersuchen ist wichtig, um alle Beteiligten – Supervisoren, Ausbildungskandidaten und institutionelle Gremien - dabei zu unterstützen, die Ausbildung produktiv, hilfreich und förderlich für  unsere Kandidaten zu machen.

In meiner Untersuchung soll der Prozess der Beziehungs-(und Kompetenz)-Entwicklung in der  Supervisionsbeziehung beschrieben werden, wobei der Fokus auf ubw. kommunikativen und emotionalen Prozessen sowie deren Konsequenzen und Bewältigung in der Supervisionsbeziehung liegt.

Konkret werden Supervisionsbeziehungen während der Institutsausbildung in ihrer gesamten Dauer (240 bis 300 Behandlungsstunden, 2-, 3- oder 4stündig, d.h.  60-75 SV-Stunden) wissenschaftlich begleitet anhand von qualitativen Interviews, in denen die Beteiligten getrennt zu ihren Erfahrungen in dieser Supervisionsbeziehung befragt werden. Derzeit befinden sich 5 Supervisionspaare in der Untersuchung.

Über alle weiteren Aspekte und Fragen sowie über Literatur zum Weiterlesen kann man sich auf der Website www.thinkingunderfire.de informieren und mit der Leiterin des Projekts in Verbindung treten: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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